"Was cooxt Du?"
Gemeinsam mit Dir wollen wir das
Web zum Kochen ... mehr ...


Mitmachen
Wer Lust und Freude am Kochen
und am Schreiben hat ... mehr ...


Über uns
Impressum ... mehr ...

Monatsarchiv für Juni 2007

Ratzfatz-Rezept 7: Zitronenquark

Mittwoch, den 20. Juni 2007

Kuhler QuarkUnser heiß geliebter Drei-Käse-Hoch Julius, 8 Jahre, findet Zitronenquark richtig kuhl – wir auch:Zitronenquark500 g Quark (20%)3 El Zucker2 Pck. Vanillinzucker1 Zitrone1/2 – 1 TL Zimt1 1/2 Becher flüssige Sahne (300 g)1 großen Schuss Amaretto (zugelassen für Zitronenquark-Liebhaber ab 18 Jahren)Quark mit Zucker, 1 Pck.Vanillinzucker, Zimt, dem Abrieb einer unbehandelten Zitrone und dem Zitronensaft cremig verrühren.Die flüssige Sahne mit 1 Pck. Vanillinzucker steif schlagen und vorsichtig unter die Quarkmasse heben.Das war´s auch schon! Wer möchte, kann den Fettgehalt erheblich reduzieren (Magerquark und 10%-Sahne). Schmeckt auch kuhl und mollige Schlemmermäuler müssen auf den Genuss nicht verzichten.

Auf der Reise durchs Internet #2

Mittwoch, den 20. Juni 2007

Ich hab schon immer gerne hinter die Kulissen geschaut. Schon als Kind fragte ich mich, wie es wohl im Zirkus aussehen mag, wenn niemand da ist, oder im Schwimmbad bei schlechtem Wetter. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum mir diese beiden Blogs so gut gefallen:

Der Shopblogger läßt uns an all den kleinen Geschichten aus seinem Supermarkt teilhaben, und im Pizza Blog erfahren wir, was eigentlich so bei einem Pizza-Liefer-Dienst passiert, wenn wir anrufen und eine Bestellung aufgeben.

Viel Spaß…

Ratzfatz-Rezept 6: Ofengemüse

Dienstag, den 19. Juni 2007

Mit dem heutigen Ratzfatz-Rezept will ich auch noch den letzten Ratzfatz-Rezept-Verweigerer einfangen. Es handelt sich nämlich um die einfachste, gesündeste, lustvollste Zubereitung von Ofengemüse! Und das Beste daran: Es ist gut vorzubereiten, kann warm, lauwarm und kalt verputzt werden. Ein großzügig gefülltes Blech reicht für vier Personen. Dennoch warne ich davor, es bei einem Blech zu belassen, denn die meisten Mitesser sind so begeistert, dass sie essen bis es wehtut!Gemüse aus dem Ofen2 grüne Paprikaschoten2 rote Paprikaschoten2 gelbe Paprikaschoten2 – 3 (je nach Größe) Auberginen2 – 3 (je nach Größe) Zucchini2 Fenchelknollen6 – 8 Mähren3 – 4 rote Zwiebelnje 2 Zweiglein Rosmarin und Thymian1 Knoblauchknolle100 gr. Rosinen (oder auch nicht)einige schwarze, entsteinte Oliven (oder auch nicht)Die Gemüse in grobe Männer-Daumen-Stücke zerteilen, den Knoblauch in zwei Hälften teilen.Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Gemüse (den Knoblauch mit der Saftseite nach unten), Rosinen, Oliven gleichmäßig darauf verteilen. Mit etwas Salz und Pfeffer bestreuen und mit einem sehr guten Olivenöl großzügig beträufeln.Blech in den Ofen schieben und bei 180  Grad ca. 20 bis 25 Minuten garen. Dazu schmeckt extrem gut eine frische Aioli/Knoblauch-Mayonnaise. Muss aber nicht sein!

Auf der Reise durchs Internet #1

Mittwoch, den 13. Juni 2007

Beim Streifzug durchs Internet stolpert man ja immer wieder auf grauenvoll-schlechte, aber auch auf genial-gute Seiten. Und die möchte ich natürlich auch mit euch teilen. Eine Seite die mir besonders gut gefällt ist: www. foodfreak.de
Hier kann man rausfinden, was eigentlich Bentos sind und was man alles mit Ihnen anstellen kann.
Das heutige Bento ist besonders hübsch geraten, vor allem die dreieckigen Reisbällchen finde ich super.

Taboulé zum Grillabend

Dienstag, den 12. Juni 2007

Hier ein Erfolgsrezept als Begleiter zum Grillabend , angelehnt an das marokkanische Taboulá

Bulgur, grobkörnig, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Harissa, Kreuzkümmel, Olivenöl, gehackte Tomaten, frisch oder aus der Dose und gelbe Paprika, frisch, geschnippelt, korinthengehackte Gurke, frische Minze, glatte Petersilie. Bulgur garen ( wie Reis ! ), abkühlen lassen. Viel Zitronensaft (soll frisch – sauer schmecken) mit Salz, Pfeffer, Harissa und Kreuzkümmel unterheben. Gehackte Tomaten dazu und reichlich Olivenöl. Paprika und Gurke, Korinthen, zuletzt, kurz vor dem Servieren, die Kräuter unterheben. Die Minze soll den Geschmack dominieren. Reichlich Olivenöl. Man hat mit dem Taboulá sättigende Beilage und Salat in einem und kann die Zutaten nach Geschmack und Bedarf variieren. Auch als Essen für viele Gäste geeignet!

Ronni Droplet: Kochen, schmecken, riechen (2)

Montag, den 11. Juni 2007

Mittlerweile waren drei Monate vergangen. Die Schwellungen im Gesicht von Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro waren prägender Bestandteil seines Äußeren geworden. Der Mehlsack hatte seine Nase zertrümmert, nach innen gedrückt und seine beiden Gesichtsbacken derart anschwellen lassen, dass unser Smut nicht nur einen Arsch in der Hose sondern nun auch auf seinem Hals trug. Völlig klar. Also: War Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro bisher wegen seines Höllenfraßes gefürchtet und gehasst, war „das stumme Arschgesicht  nun dem unbarmherzigen Gespött einer 32ig-köpfigen Besatzung ausgeliefert. Verwunderlich war nur, wie gleichgültig dieser Mann, ausgestattet mit einer athletischen Figur, die noch nie eine körperliche Auseinandersetzung gescheut hatte, mit den täglichen Demütigungen umging. Eines Tages sollte er mir die Antwort auf einen Zettel schreiben. Aber dazu später.

Ich Ronni Droplet, war dagegen beliebter als je zuvor. Auch wenn ich bisher nur die Drecksarbeit für alle gemacht hatte, hatten die Matrosen für ihren kleinen  Nariz grosso“ – Kose- und Verniedlichungsform  Narizzo“ – immer ein gutes Wort übrig. Irgendwie schien ich, gerade mal einmeterfünfzig groß, spindeldürr, mit einem viel zu großen Kopf auf den Schultern und einem mächtigen Riechschwamm zwischen den Ohren, eher einen bemitleidenswerten Eindruck gemacht zu haben. Aber jetzt, als Herr der Kombüse, nannten Sie mich ehrfürchtig  Mestre da cozinha“. Dabei war das Geheimnis meines Erfolges ganz einfach: Salz ! Einfach nur hier und da ein bischen Salz. An den Fisch, das Fleisch, die Suppe, die Kartoffeln, den Reis. Verdammt, ganz einfach war das. Hatte die Besatzung unter Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro befürchtet er wolle sie mit seinen  Allesaufeinmalineinentopfgerichten“ tagtäglich vergiften, verwandelten eine bis zwei Prisen Salz meine bescheidenen Speisen zu wahren Gaumenwundern. Es schien so, als hätten Sie den Geschmack von Salz verlernt, vergessen, verloren oder die Erinnerung daran schon beim anheuern an Land abgegeben. Und Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro? Verdammt, dieses ewig grinsende Arschbackengesicht war glücklich. Er führte mich in die Ordnung und Struktur der Kombüse ein, erklärte mir mit ausschweifender Gestick welcher Topf, welche Pfanne, welcher Bräter, welche Messer, Löffel, Spieße usw. welchen Zweck zu erfüllen hatten. Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro hatte sichtlich Freude daran,  meu narizzo pequeno“, seiner  kleinen Dicknase“ alles beizubringen, was ein Smut in der Kombüse können mußte. Nur salzen, schmecken und riechen fehlten in seinem Lehrplan.

Dann, in der Nacht zum 17. April 1964, es war mein Geburtstag, schob mich mein Lehrmeister einfach aus der Kombüse, schloss sich ein, um kurz vor Mitternacht nicht mir, sondern den Seewächtern ihre kleine, warme Mahlzeit zu bringen. Ganz langsam ließ er die Teller, die er auf einem großen Tablett ausgebreitet hatte, mit seinem breiten Arschgrinsen an meinen staunenden Augen vorbeiwandern. Verdammt; dieser alte faulige Seesack.
Was, war´n das ? Meine Nase wollte explodieren. Noch nie zuvor in meinem Leben hatte ich etwas derartig herrliches, wunderbares, atembraubendes gerochen. Unbeschreiblich. Betörend. Narkotisierend.
Was ich nicht riechen konnte war, dass Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro, nachdem er den Mittelwächter serviert hatte sich, den Rücken zum Meer gewandt an den Bug stellte, die Arme ausbreitete und sich mit den Worten  Este menino tem excepto minha vida“ – Dieser Junge hat mein Leben gerettet  – rücklings in den Schlund des blauen Ozeans fallen ließ. Und das an meinem Geburtstag. Verdammt, Geburtstagsgeschenke sahen für mich bisher anders aus.

Völlig klar. Also: Was zum Teufel hatte er den Seewächtern gekocht? Wie hatte es diese Missgeburt fertig gebracht, einen offensichtlich betörenden, mitternächtlichen Seeimbiss zuzubereiten? Nur der liebe Gott weiß, warum alle davon überzeugt waren, daß ich   O aprendiz do mágico“, der Zauberlehrling, wie ich ab sofort gerufen werden sollte, diesen Gaumentraum gezaubert haben sollte.

Am Ende saß ich alleine in der Kombüse. Auf Deck wurde die letzte Wache eingeläutet. Das Schiff zog seine Spur durch den Bach. Und ich lachte. Nein. Verdammt, ich brüllte vor Lachen und ich heulte. Ich hielt den Zettel, die letzten Worte des Robeiro Louis Montagui Estaqqueiro in meinen Händen.
Mein Sohn“ war darauf zu lesen,  Wenn Dir das Leben am Arsch vorbei geht, dann kannst Du ihn auch im Gesicht tragen.“

Ratzfatz-Rezept 5: Lammragout mit Aprikosen

Montag, den 11. Juni 2007

Lammragout mit frischen Aprikosen (für 4 Personen)Am 21. Juni beginnt die Sommerzeit! Jetzt können wir nicht nur unsere heimischen Tomaten und Gemüse genießen, sondern auch Kirschen, Himbeeren, Aprikosen & Co. Und wie sich inzwischen herumgesprochen hat, sind diese wenigstens etwas weniger Pestizid verseucht. In meinem heutigen Rezept spielt die kalorienarme, jedoch karotin- und provitamin-reiche samtige Aprikose mehr oder weniger die erste Geige. Auch wenn sie hier zum Kochen verwendet wird, sollte sie immer von bester Qualität sein: sehr reif und weich, mit samtiger oder glatter Schale. Nur dann ist sie zuckersüß und aromatisch!Übrigens: In 20 Minuten kann das Essen auf dem Tisch stehen und bis dahin liege ich sonnenbadend im Garten zwischen Zucchinistauden, Schnecken und Frühlingszwiebeln.500 g AprikosenAprikosen mit kochendem Wasser überbrühen, abschrecken, häuten und halbieren.1 mittelgroße Zwiebel (fein gewürfelt)500g Lammfleisch (klein gewürfelt)1 El ÖlKurkuma, gemahlen (1 Prise)Koriander, frisch (nach Lust und Laune ein paar Blättchen abzupfen)Nelken (1 Tl im Mörser zerstoßen)1/8 l Schlagsahne1/8 l Sherry oder Noilly Prat (französischer Wermut)Fleur de Sel oder ganz normales SalzDas Fleisch im heißen Öl kräftig anbraten. Zwiebelwürfel hinzugeben, etwas salzen und einige wenige Minütchen braten. Dann die Gewürze, Aprikosen, Sahne und Sherry (oder Noilly Prat) zugeben und fünf Minuten köcheln lassen.Dazu passen entweder Nudeln oder Reis und natürlich ein fruchtiger Rotwein!

Kann nicht kochen, lebe trotzdem (4)

Sonntag, den 10. Juni 2007

auge.bmp

Tomo. Japaner. Tomo-Alptraum-Kitani. Ich war essen. Mit Tomo. Mehrmals. Zum ersten Mal 2002 und jetzt wieder. Das erste Mal war kurz vor der Fußball-WM in Japan/Südkorea. Damals hat er mir nach einem anstrengenden Tag in Tokyo einen Shinjuku-Spieß angedreht. Ich hasse Tomo heute noch dafür. Der Shinjuku-Spieß ist natürlich eine „Stadtteilspezialität“. Ja, klaro „ein Spieß mit gegrilltem Hundefleisch“ was sonst!? Angepriesen hat Tomo mir die Leckerei damals als absolutes Highlight, das ich auf keinen Fall verpassen dürfte. Der lustige Kollege wusste, dass ich die Köstlichkeit auf nimmer Wiedersehen an mir vorbeiziehen lassen würde, wenn er mir die gruselige Vierbeinerwahrheit sofort offenbart. Also sagte er sehr vertrauenswürdig: „Chicken“ Naiv hab ich, der Hesse, ihm geglaubt. Das Spießchen war dann auch ganz knusper, also gib ihm: noch eins und noch eins und noch eins, mit einem Chili-Ginseng-Curry-Spezial-Chutney und einem eiskalten Exportbier aus der Dose. Sehr lecker, der Spiess, nicht das Bier. Und Tomo hatte Spaß. Er hat auch kräftig reingehauen und noch eins und noch eins und noch eins. Beobachtet hat er mich auch die ganze Zeit und immer wieder gekichert. Dachte nach der zweiten Dose: „Der verträt ja nix, null, nothing, nadaâ“. Nach dem vierten Stecken (á 3 kleinen, knackig gegrillten Fleischhäppchen) und etwas Reis als Beilage, war´s dann soweit: Satt. Pappsatt. Und Tomo sagte nur noch trocken: „No chicken. It´s dog“ Ich: „Dog!!!???“ Er: „Yeap! (nickt dazu und wiederholt) Sure. Dog!“. Wollte tapfer bleiben, aber es ging nicht. Der Hund musste raus und zwar auf dem schnellsten Weg. Es gab kein Halten mehr. Also ab auf die Toilette und tschüss. Wie im schlechten Film. Als ich zurückkam – kreidebleich – rutschte Tomo, lachend und sich die Tränen aus den Augen wischend, fast vom Stuhl. Und als Dreingabe hat er diesen fantastischen Augenblick auch noch mit seinem superhochauflösenden Samsung-Fotohandy festgehalten. Yeap. Das Foto plus 75 Sekunden-Video kamen eine Woche später per Email bei mir an; .sehr lustig, danke Tomo!!! Alle Klischees erfüllt, ganz real. „Tomo, Du Sau!“ Beim Rausgehen habe ich dann erst geschnallt, dass wir südkoreanisch unterwegs waren. Seit dem habe ich tomomäßig nur noch einen Gedanken: kulinarische Rache! Natürlich habe ich seit diesem Tag der Hundespiesse nur darauf gewartet, dass Tomo irgendwann einmal nach Deutschland kommen würde. Und jetzt war es soweit. G-8. Der Gipfel von Heiligendamm machte es möglich. Danke Angela, George und Wladimir! Dank Euch ist Tomo, der Kamera-Assistent von NHK (japan. TV) endlich hier! Nach zehn Arbeitstagen an der Ostsee hängt er ein paar Tage Urlaub dran. Gute Idee, Tomo!!! Die Rache naht: Kalbsbries, Kutteln und Saumagen bis zum Anschlag, alles für Dich! Ich werde Dich schon zum Reiern bringen!!! Kaum angekommen, will Tomo, 38 Jahre, 178cm groß und 110 Kg schwer, etwas essen. Er war mit dem Zug aus Rostock gekommen und der Speisewagen so gut wie geplündert. Der Gute hatte also Hunger. Leider habe ich gerade weder gelblichgrüne Kalbsnierechen, noch schleimige Weinbergschnecken im Kühler. So als nettes „Amuse-Geuele“ nur kurz aufgetaut und aus der Microwelle ja schon einmal ein Anfang gewesen. Aber ich habe einen Plan: Ich werde den müden Tomo unter einem Vorwand aus dem Haus locken, ein paar Minuten am Main entlang gehen und dann rein in die nächste Ãppelwoikneipe. Er soll wenigstens den regionalen Klassiker „Handkäs mit Musik, je älter, desto besser aus nächster Nähe kennenlernen und zwar einen der so stinkt, dass man den Geruch 14 Tage nicht mehr aus den Klamotten bekommt!!! Verkaufe ihm den Handkäs als DIE hessische Antwort auf gemahlenen Walpenis. Potenzmittel und Aphrodisiakum in einem! Es ist Samstagabend, immer noch 20 Grad, Gewitter gerade vorüber und doch ist am Frankfurter Mainufer jede Menge los. Tomo und ich gehen. Und reden. Englisch. Insgeheim freue ich mich schon darauf, ihn gleich den weichschmierigen von Bakterien übersäten Stinkeheimerhandkäse kauen zu sehen. Da kommt uns Karin entgegen. Sie trägt in einer Art indischem Wickeltuch ein Baby vor der Brust. Das Kind schläft. An ihrer Rechten hält sie die Hand eines Typen, der sehr wahrscheinlich der Vater des Kindes ist. Karin und ich kennen uns schon ewig. Wir waren so verdammt schüchtern mit 16. Unsere intimste Erfahrung ist der gemeinsame Auftritt beim Abschlussball im Winter 81 oder 82. Tomo und ich gehen also auf diese sympathische Kleinfamilie zu. Kaum stehen wir, wollen uns gerade begrüßen, da sagt Tomo, den Blick fest auf Karin gerichtet, diesen unglaublichen Satz, diesen Satz, der allen anderen sofort durch Mark und Bein geht. Er sagt ihn einfach so als wäre nix dabei. Astrein und so gut wie akzentfrei. Also er sagt: „Hallo, Du geile Muschi“ Stille. Gefühlte zehntausend Stunden. Karin rutscht die Fassung aus dem Gesicht. Ihr Typ schäumt. Und noch mal sagt der irre Tomo sich selbst wie ein Papagei wiederholend: „Hallo, Du geile Muschi“. Karin schaut mich mit einem Anflug von Ekel an und dreht ab. Ihr Typ hat sich zum Glück im Griff, schüttelt nur den Kopf. Sie gehen direkt weiter. Ich kann gerade noch „ääähhh und sorry“ hinterher rufen. Was war das denn? Grob schiebe ich Tomo Richtung Handkäseparadies. Fünf Meter weiter frage ich ihn, was er sich dabei gedacht habe. Tomo auf englisch und ganz Unschuldslamm fragt: „Something wrong?“ Zwei Tage vorher hat Tomo fast eineinhalb Stunden gewartet. In Heiligendamm. Bis das Journalisten-Shuttle kam, das ihn zur G-8-Pressekonferenz bringen sollte. Neben ihm standen jede Menge ausländische Kollegen und KOLLEGINNEN sowie zwei Sicherheitsleute mit dunklen Sonnenbrillen. Die haben während der gesamten Wartezeit immer wieder diesen Satz vor sich hin gemurmelt: „Hallo, Du geile Muschi“ Vor lauter Langeweile hat Tokyo-Tomo die beiden dann gefragt, was „Hallo, Du geile Muschi“ eigentlich bedeuten soll. Die dunklen Brillen haben geantwortet: „Das ist deutsch und heiß: – Guten Tag, schön Sie kennen zu lernen“.

So lautet jedenfalls Tomos Version. Tomo das Opfer. Tomo der Täter. Übrigens der Handkäse war an diesem Abend in der Äppelwoikneipe ausverkauft. Mein Japaner bekam die leckerste Frankfurter Soße, die Frankfurt zu bieten hat und war selig bis zum Fujijama. Wann Tomo das nächste Mal nach Deutschland kommt? Nee, das weiß er noch nicht.

Ratzfatz-Rezept 4: Lauch-Nudel-Schinken

Dienstag, den 5. Juni 2007

Lauch-Nudel-Schinken-/Speck-Hoppelpoppel (für 2 bis 4 Personen)Wer hat schon Zeit und Lust jeden Tag stundenlang den Kochlöffel zu schwingen, um die ewig hungrigen Mäuler zu stopfen. Also ich nicht! Leider ist – zumindest in meiner Familie – keiner mit einem Wurstbrot, egal wie schön gurken-, tomaten- petersiliengarniert es daher kommt, abzuspeisen. Meine verwöhnten Lustesser wollen „was Warmes“, und wenn’s geht möglichst subito, denn: „Ich muss gleich wieder weg!“ Und gut schmecken soll es natürlich auch noch; dafür könne man auf Schnickschnack allerdings gut und gerne verzichten. Okay, mach ich, ist ja ganz einfach, hab‘ ja sonst nix zu tun – nach einem langen Bürotag und Überhaupt…!Dieses einfache aber Überaus wohlschmeckende – und extrem preiswerte – Rezept stammt aus der Koch-Trick-Kiste meiner Freundin Brita:700 g Lauch (je nach Bedarf auch mehr oder weniger)1 Pck. Schinken-/Speckwürfelchen (gibt´s klein und fein gewürfelt in jedem Supermarkt)1 Becher SahneSalz, Pfeffer, MuskatnussNudeln (Sorte egal)Den Lauch (oberen, dunkelgrünen Teil abschneiden) in der Mitte mit dem Messer der Länge nach einritzen und unter fließendem Wasser gründlich waschen. Anschließend in Ringe schneiden. In einem vorgewärmtenTopf die Schinken-/Speckwürfelchen langsam „anziehen“ lassen und die Lauchringe hinzufügen. Bei geschlossenem Deckel einige Minuten „leise“ dünsten, anschließend mit Sahne angießen und ziehen lassen.Inzwischen die Nudeln nach Gebrauchsanweisung kochen.Den bissfest gegarten Lauch mit Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und evtl. etwas Salz hinzufügen.Die abgetropften Nudeln untermischen. Fertig!Im Winter kann man dieses Gericht übrigens auch hervorragend mit blanchierten Wirsingstreifen anstatt mit Lauch zubereiten, sagt Brita!