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Monatsarchiv für Juli 2007

Restaurant-Begegnungen

Montag, den 16. Juli 2007

In einem kleinen lauschigen Restaurant an einem sommerwarmen Freitagabend:

Die Kellner sind ungemein bemüht uns die syrisch-libanesische Küche näher zu bringen. Nur die junge blonde Kellnerin darf uns nicht bedienen. Sie trippelt zwar immer brav hinter dem aalglatten Latino-Kellner hinterher und beobachtet genau, darf aber anscheinend nicht reden. Während wir darüber philosophieren, ob wohl Lamm-Carree oder Rinderleberragout besser ist, und was eigentlich Piprikas, Kase oder Tomate ist (kann es wirklich so schwer sein, eine Speisekarte ohne Rechtschreibfehler drucken zu lassen?) betreten die Protagonisten des heutigen Abends die Szene: eine deutsch-thailändische Familie. Er deutsch und alt, sie jung und thailändisch. Das übliche Klischee drängt sich nicht nur auf, nein es springt einem förmlich ins Gesicht und hackt einem das Auge aus: Die Olle ist gekauft!

Mitgebracht haben sie sowohl ein kleines Kind, sowie die jeweiligen Mütter zu dem glücklichen Päärchen. Wir spekulieren, was wohl die thailändische Mutter der (un)glücklichen Braut hier macht, und ob es üblich ist, dass die Mütter der gekauften Töchter mit einfliegen müssen. Sie tun sich furchtbar umständlich. Tischwahl. Platzwahl. Alles ein Unterfangen, bei dem mehrmals aufgestanden und wieder hingesetzt werden muss. Und Plätze gewechselt. Ein wenig ist es wie die Reise nach Jerusalem.

Inzwischen bringt uns Latino unser wirklich hervorragendes Essen. Blondchen darf mal wieder nur zuschauen. Wir schlemmen so vor uns hin, loben das Lamm-Carre, den Grillspieß, mein Rinderleberragout und die hervorragenden Okraschoten, die wir aus reiner Neugier dazu bestellt haben (sehen sehr witzig aus, wie kleine Haselnüsse und schmecken wie eine Mischung aus Zuchini und Bohne), als das Theater los ging.

Die Mutter des ältlichen Deutschen fängt an sich lautstark über ein rauchendes Päärchen am Nachbartisch zu beschweren. Natürlich wäre es ein Leichtes gewesen, zu eben jenem Päärchen hinzugehen und sie höflich zu bitten doch nicht zu rauchen, während sie essen möchten. Man zieht es aber vor, lautstark mit dem Latino zu lamentieren: „Das ist unmöglich, ich bin hier her gekommen um mein Essen zu genießen, in Italien ist sowas auch verboten, so etwas Unmögliches …“ und so weiter und so fort. Der Latino ist sichtlich überfordert und auch Blondchen kann nicht weiter helfen, so wendet sich die Dame an eine nebensitzende Familie und teilte auch ihnen mit, was man ihrer Meinung nach mit Rauchern anstellen sollte (das zu wiederholen mir hier die Schamesröte ins Gesicht treiben würde).

Nach etwa zwanig minütigen Lamentierens, beschloss die deutsch-thailändische Familie sich lieber nach draußen an die stark befahrene Hauptstraße zu setzen, wo die Luft ja auch so viel besser ist.

Mir schießt der Gedanke durch den Kopf, ob besagte Dame wohl weiß, dass ihr Sohn sich eine Frau gekauft hat und was sie dazu wohl zu sagen hätte. Und es juckt mich in den Fingern, eine der angepriesenen Wasserpfeifen zu bestellen.

Ratzfatz-Rezept 8: Erbsensuppe

Mittwoch, den 4. Juli 2007

Noch ist Erbsenzeit und deshalb ganz schnell noch ein schnelles Erbsensüppchen.Erbsensuppe hausgemacht! für 2 Personen1 kg frische Erbsen1 Eßl. Butter1 Zwiebel2 Knoblauchzehen (wer’s mag – sonst eben nicht)2 Eßl. Gemüsebrühe-Pulver2 Zweiglein Majoran150 g SahneErbsen palen (Sträflingsarbeit), in einem Sieb abbrausen. Die Zwiebel + evtl. den Knoblauch kleinschneiden. Butter im vorgwärmten Topf zergehen lassen, Zwiebel und Knofel darin leicht anschwitzen, Erbsen zugeben und ein paar Minuten ebenfalls anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe bestäuben und etwas heißes Wasser angießen, sodass die Erbsen knapp bedeckt sind, Deckel drauf und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und mit dem Pürierstab – logischerweise – pürieren. Sahne dazu und mit Majoran (Blättchen abzupfen), Pfeffer und Salz abschmecken. Fertig!Sollten 4 oder mehr Esser am Tisch sitzen, kann man ohne Skrupel tiefgefrorene Erbsen mit anschwitzen. Ich hab’s probiert, es ist keinem aufgefallen, obwohl sogenannte Gourmets anwesend waren.Viel Spass beim Palen!